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Dietrich Klagges, seit der Machtübernahme der Nationalsozialisten Ministerpräsident des Landes Braunschweig,
wollte die Stadt Braunschweig zur Gauhauptstadt eines Reichsgaus Ostwestfalen machen. Da man in Konkurrenz
mit Hannover stand, mußten einflußreiche Personen und Gönner für dieses Unternehmen gewonnen werden. Und
obwohl Klagges direkt an der Einbürgerung Hitlers beteiligt gewesen war, zählte er nicht zu dessen
Günstlingen. So wurde versucht, Hermann Göring für die Pläne zu gewinnen. Dieser war neben seinen Posten als
Reichsluftfahrtminister und preußischer Ministerpräsident auch der Reichsjägermeister.
Klagges spannte einen seiner Gefolgsleute ein, den Rechtsanwalt und Chef der SS-Hilfspolizei Friedrich Alpers. Dieser hatte
sich bereits vorher mit Terroraktionen gegen Sozialdemokraten hervorgetan und war dafür von Klagges zum
Justiz- und Finanzminister ernannt worden. 1934 wurde Alpers zum Gaujägermeister ernannt, und in der Buchhorst
begannen unter der Bauleitung des Oberbaurats Emil Herzig die Arbeiten an einem Reichsjägerhof. Mit
diesem sollte dem jagdbegeisterten Göring geschmeichelt werden. Und dieser kam am 5. Mai 1935 nach Braunschweig,
um das Geschenk Stiftung Reichsjägerhof entgegenzunehmen. Diese Stiftung umfaßte das Klostergut
Riddagshausen, die Buchhorst mit dem 1740 errichteten Grünen Jäger (der 1936 an den Stil des Reichsjägerhofes
angepaßt wurde), einen neuen Wildpark, eine für die Jagd angelegten Fasanerie und einen eigenen Tontaubenschießstand.
Göring bedankte sich, indem er Alpers zum preußischen Generalforstmeister im Range eines Staatssekretärs ernannte.
Wirklich benutzt hat Göring die Anlagen jedoch nicht. Als er 1938 in der Buchhorst eine Staatsjagd mit
ausländischen Botschaftern ausrichten ließ, zog er es wohl aus Sicherheitsgründen vor, in seinem Reichsbahn-
Salonwagen zu übernachten. Um dies zu ermöglichen, mußte von Wehrmachts-Pionieren extra ein Gleis zum Reichsjägerhof
verlegt werden. Die Trasseneinschnitte sind heute noch zu erkennen.
Ebensolche Einschnitte hinterließ der Bau des Reichsjägerhofes im Prinzenpark. Dieser wurde durch
den Bau einer Zufahrtsstraße (heute Ebertallee) zweigeteilt. Die ehem. Straßenbahnlinie 8 wurde von der
Kastanienallee bis zum Kreuzteich verlängert; die heute zugewachsenen Schienen liegen immer noch im
Prinzenpark.
1955 gingen die Liegenschaften des Reichsjägerhofes wieder in den Besitz der Stadt Braunschweig über.
Heute dienen die Gebäude nicht mehr der Jagd und beherbergen eine Einrichtung der Braunschweiger Lebenshilfe. Der Grüne
Jäger ist zu einem beliebten Ausflugslokal geworden.
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